Süden · Etappe 1 von 10
Etappe 1 - Oberberg → Hachenburg
Endlich ging es los! Die Taschen waren gepackt, die Räder gesattelt und die Vorfreude groß. Nach den ersten Kilometern stand ab Oberberg das gemeinsame Einrollen auf dem Programm. Noch waren die Beine frisch, die Motivation hoch und niemand ahnte so genau, was uns auf dem Weg nach Hachenburg noch erwarten würde.
Schon bald führte uns die Route hinein in die Waldwege rund um Waldbröl. Asphalt wurde gegen Natur getauscht, und zwischen Bäumen, kleinen Wegen und reichlich Grün stellte sich schnell das richtige Tourgefühl ein. Der Alltag lag mit jedem Kilometer ein Stück weiter hinter uns.
Weiter ging es durch das angenehm verschlafene Holpe. Lange folgten wir dem Holper Bach, der uns wie ein kleiner Weggefährte durch die Landschaft begleitete. Irgendwann kam dann beinahe unbemerkt der erste „internationale“ Moment unserer Reise: Wir ließen Nordrhein-Westfalen hinter uns und überquerten die Grenze nach Rheinland-Pfalz.
Das nächste Etappenziel hieß Wissen. Dort ging es über die Sieg - und eigentlich hätte sich der Ort bestens für eine ausgedehnte Pause geeignet. Nur schien Wissen an diesem Tag selbst noch ein wenig zu schlafen. Die vielversprechenden Locations wollten ihre Türen erst am Abend öffnen. Ganz ohne Belohnung sollte es aber natürlich nicht weitergehen: Ein Bierstopp am Markt musste sein.
Frisch gestärkt rollten wir anschließend hinaus ins weite, hügelige Land des Westerwalds. Die Landschaft öffnete sich, die Aussichten wurden weiter - und die Beine allmählich schwerer. Denn eines war klar: Unser Tagesziel Hachenburg lag nicht zufällig dort oben. Zum Finale hieß es also noch einmal Zähne zusammenbeißen und Höhenmeter sammeln.
Doch oben angekommen wurden wir standesgemäß begrüßt. Schon am Ortseingang von Hachenburg tobte der Rummel - Lichter, Buden und Kirmestrubel bildeten einen ziemlich lebhaften Kontrast zu den ruhigen Kilometern zuvor. Wir ließen das Spektakel zunächst hinter uns und steuerten unser Quartier an.
Nach 60,5 Kilometern insgesamt empfing uns schließlich das vornehme Parkhotel Hachenburg. Räder abstellen, Zimmer beziehen, Beine kurz hochlegen: Etappe geschafft!
Doch natürlich war der Tag damit noch lange nicht vorbei.
Am Abend machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Hachenburger Altstadt. Zwischen historischen Häusern und kleinen Gassen schlenderten wir zum Marktplatz, wo wir uns nach den ersten Tourkilometern ein ordentliches Abendessen redlich verdient hatten.
Auf dem Rückweg lockte noch einmal die Kirmes. Also hinein ins Getümmel - zumindest für einen kurzen Zwischenstopp. Ein bisschen Rummel gehört schließlich zu einem echten Tourabenteuer dazu.
Den perfekten Abschluss fand unser erster Tag schließlich dort, wo ein guter Tourtag enden sollte: bei einem Absacker auf der schönen Hotelterrasse. Die Räder standen sicher, die Beine durften ruhen und die Erlebnisse des Tages konnten noch einmal Revue passieren.
Ein ziemlich guter Anfang.