Süden · Etappe 4 von 10

Etappe 4 - Heidelberg → Stuttgart

117 km
Distanz
05:51 h
Gesamtzeit
1.450 m
Bergauf
1.310 m
Bergab
31
Bilder

Der Tag begann ausgesprochen stilvoll. Beim exquisiten Frühstück warteten unter anderem pochiertes Ei und hoteleigener Honig auf uns. Beides hervorragend - und genau die Art von Treibstoff, die man braucht, wenn schon wieder mehr als hundert Kilometer auf dem Programm stehen.

Gut gestärkt verabschiedeten wir uns von Heidelberg. Natürlich nicht, ohne noch einmal die Altstadtbrücke mitzunehmen. Der Neckar, die historische Kulisse und das morgendliche Heidelberg lieferten noch einmal ein schönes Abschiedsbild, bevor wir die Stadt Richtung Leimen hinter uns ließen.

Kaum lag Heidelberg hinter uns und die erste Anhöhe kündigte sich an, wurde es Zeit für ein kleines Ritual: Radpflege. Noch einmal kontrollieren, schmieren und justieren, bevor es bergauf ging. Nach den Kilometern der vergangenen Tage hatten schließlich nicht nur unsere Beine Aufmerksamkeit verdient. Die Räder waren unsere treuesten Begleiter - und sollten es möglichst auch bleiben.

Dann hinein ins Grüne. Der Weg führte uns durch den Naturpark Neckartal-Odenwald und weiter in den Kraichgau. Die Landschaft wechselte zwischen Wald, offenen Feldern, sanften Hügeln und kleinen Ortschaften.

Mit Eppingen wartete schließlich ein echtes Schmuckstück am Wegesrand. Prächtige Fachwerkhäuser bestimmten das Stadtbild und lieferten die passende Kulisse für unsere Mittagspause. Die badische Weinstraße war hier Teil unserer Route.

Hinter Eppingen führte uns die Route weiter auf der badischen Weinstraße. Weinberge, Felder und sommerliche Landschaft begleiteten uns weiter Richtung Etappenziel. Die Sonne meinte es dabei wieder ausgesprochen gut mit uns - vielleicht etwas zu gut.

Je länger der Tag wurde, desto verlockender klang deshalb ein Gedanke: Wasser. Viel Wasser. Und möglichst nicht nur aus der Trinkflasche. Als wir schließlich an der EgeTrans-Arena in Bietgheim-Bissingen vorbeikamen und feststellten, dass direkt daneben ein Freibad lag, war die Entscheidung praktisch schon gefallen. Räder abstellen. Klamotten runter. Rein ins Freibad! Für einen Moment waren Kilometerstand, Höhenmeter und Tagesziel völlig egal. Einfach treiben lassen, abkühlen und genießen.

Der Tag neigte sich langsam dem Ende entgegen und wir fuhren in die Dämmerung hinein Richtung Stuttgart. Nach und nach wurde die Landschaft städtischer, der Verkehr dichter und die Lichter zahlreicher. Über Zuffenhausen näherten wir uns unserem Tagesziel - und dort konnte natürlich ein Name nicht fehlen: Porsche. Wir blieben trotzdem bei unseren Zweirädern und eigener Muskelkraft. Nach inzwischen vier Tourtagen hatten die schließlich ebenfalls eine beachtliche Laufleistung vorzuweisen.

Stuttgart empfing uns schließlich im Abendlicht. Nach stolzen 117 Kilometern - noch einmal drei mehr als am Vortag - rollten wir am Hotel Royal ein. Damit war die nächste Ü100-Etappe geschafft. Und diesmal fühlten sich die 117 Kilometer auch genauso an.

Also hinein ins Zimmer, Gepäck abstellen und unter die Dusche. Für einen kurzen Moment durfte der Körper herunterfahren, bevor noch der wichtigste Programmpunkt des Abends. Im Gasthaus Bären wartete mit schwäbischen Tapas die passende Antwort auf einen langen Radtag. Für großes Nachtleben fehlte uns an diesem Abend allerdings jede Ambition. Heidelberg hatte uns am Vortag 114 Kilometer abverlangt, Stuttgart heute noch einmal 117.

Also zurück ins Hotel. Beine hoch. Licht aus.

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