Süden · Etappe 9 von 10

Etappe 9 - Ruhetag in Oberstdorf (Nebelhorn)

Heute bleiben die Fahrräder stehen.

Nach acht Tagen, 675 Kilometern zum südlichesten Punkt und insgesamt knapp über 700 Kilometern, reichlich Höhenmetern und dem großen Finale am südlichsten Punkt Deutschlands hatten sich unsere treuen Gefährten einen Ruhetag verdient.

Der Morgen begann noch einmal so, wie man sich einen Tourabschluss im Allgäu vorstellt. Mit einem feudalen Frühstück und bestem Alpenblick. Kein Gedanke an Reichweite, Akkuladung oder den nächsten Anstieg. Stattdessen Kaffee nachschenken, ausgiebig frühstücken und einfach das Panorama genießen.

Ganz ohne Bewegung sollte der Tag allerdings nicht bleiben.

Zu Fuß machten wir uns auf den Weg durch Oberstdorf zur Nebelhornbahn. Nach all den selbst erkämpften Höhenmetern der vergangenen Tage durfte heute ausnahmsweise die Technik übernehmen. Einsteigen. Zurücklehnen. Und hinauf in die Berge. Oben angekommen zeigte sich das Nebelhorn von seiner besten Seite. Sonne. Ruhe. Bergpanorama. Kein Verkehr, kein Kilometerzähler, kein Blick auf die verbleibende Strecke. Stattdessen einfach nur dastehen, tief durchatmen und die Aussicht genießen. Und weil ein Gipfelmoment erst mit dem passenden Getränk vollständig wird, gab es dort oben noch ein Weizenbier. Nach acht Tagen auf dem Rad fühlte sich das ziemlich genau so an, wie ein Gipfelbier schmecken sollte: verdient.

Irgendwann brachte uns die Bahn wieder hinunter nach Oberstdorf und zurück zum Hotel. Dort wurde das Tagesprogramm konsequent fortgesetzt - mit möglichst wenig körperlicher Anstrengung. Wellness im Hotel. Ein bisschen entspannen, die Beine regenerieren lassen und all die Kilometer der vergangenen Tage langsam aus den Muskeln bekommen.

Am Abend wartete schließlich noch einmal ein kulinarischer Ausflug. Unser Ziel war die Oberstdorfer Dampfbierbrauerei. Ein passender Ort, um diese Reise langsam ausklingen zu lassen. Auf den Tellern landeten regionale Spezialitäten, ins Glas kam leckeres Bier und große sportliche Herausforderungen waren an diesem Abend endgültig nicht mehr. Die Beine hatten Pause. Die Geschichten nicht.

Und so klang unser letzter Abend in Oberstdorf genau so aus, wie diese Reise es verdient hatte: exquisit.

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