Mission
Vier Zipfel. Ein Bund.
Deutschland hat vier Enden: den nördlichsten, östlichsten, südlichsten und westlichsten Punkt des Landes. Wer alle vier aus eigener Kraft erreicht hat, darf sich Mitglied im Zipfelbund nennen - einer Gemeinschaft von Menschen, die genau das geschafft haben. Mehr über die Idee dahinter gibt es auf zipfelbund.de.
Wie alles begann
Am Anfang stand eine Idee, geboren an einem Sommertag im Schwimmbad. Zwei Kerle, eine Woche Urlaub – und die Frage: Was machen wir daraus? Statt bloß Sonne und Chlor, wollten wir mehr: ein Abenteuer, eine Reise, die uns an unsere Grenzen bringt und uns dennoch reich beschenkt.
Zur Wahl standen drei Extreme: der südlichste, der östlichste oder der nördlichste Punkt Deutschlands, und diesen jeweils mit dem Rad zu erreichen. Am Ende fiel die Entscheidung auf den Norden – aus guten Gründen: Sylt versprach Sonne, Strand und Meeresrauschen, und die weitgehend flache Topografie schien ideal für unsere erste lange Radreise.
Die Wochen vor dem Start waren gefüllt mit Planung: Hotelauswahl, Buchungen, Routenführung. Eine Packliste wuchs, die Räder wurden gepflegt, geschmiert und auf Vordermann gebracht. Aus einer spontanen Idee war ein Projekt geworden – und schließlich ein Versprechen: Wir würden bis ganz nach oben fahren.
Und dann kam der Osten
Der Gedanke, dass wir im Jahr zuvor bereits den nördlichsten Punkt Deutschlands erreicht hatten, verlieh der zweiten Reise eine zusätzliche Tiefe. Damals hatten wir das Land bis hinauf zur Nordspitze Sylts erfahren, und nun sollte der Osten folgen. Das Ziel war nicht weniger eindrucksvoll: der östlichste Punkt Deutschlands in der Nähe von Görlitz, ein unscheinbarer Stein im Grenzgebiet an der Neiße, dort, wo Deutschland und Polen sowie fast auch Tschechien zusammentreffen.
Was noch ungeschrieben vor uns lag, war ein Kapitel voller Abenteuer, Begegnungen, Geschichten und Landschaften – und die Zuversicht, dass wir mit jedem Kilometer nicht nur dem Ziel näherkommen würden, sondern auch uns selbst.
Jetzt der Süden
Zwei Zipfel geschafft, zwei liegen noch vor uns - und mit dem dritten beginnt in diesem Sommer die zweite Hälfte unseres Weges in den Zipfelbund. Die Route zum Haldenwanger Eck, dem südlichsten Punkt Deutschlands, führt uns diesmal durch halb Deutschland: vom Bergischen Land über den Rhein, quer durch Baden-Württemberg bis hinauf ins Allgäu.
Aus den ersten beiden Touren haben wir gelernt - Etappenlängen, Packliste, Hotelauswahl, und ganz praktisch: Fahrradparkplätze werden diesmal vorab reserviert, statt vor Ort auf gut Glück zu hoffen. Die Vorfreude ist trotzdem dieselbe wie beim ersten Mal am Schwimmbad: die Landschaft der Schwäbischen Alb, das Allgäu, und ganz am Ende drei Tage ohne Rad am Zielort, um anzukommen, bevor es wieder nach Hause geht.
Nach der Reise ist vor der Reise
Auch wenn die Südtour noch vor uns liegt, laufen die Gedanken an den vierten und letzten Zipfel längst mit. Der Westen wird 2027 den Schlussstrich unter das Projekt ziehen - und schon jetzt, mitten in der Planung für den Süden, schleicht sich hier und da die Frage ein, wie diese letzte Etappe wohl aussehen wird. Details gibt es noch keine, aber die Route zum westlichsten Punkt Deutschlands wird uns sicher wieder überraschen.
Warum wir das tun
Es geht um mehr als Kilometer. Es geht um die Vorbereitung, die gemeinsame Zeit auf dem Sattel, die Etappenziele, die Rückschläge und die Ankunft. Jede Tour ist ein eigenes Kapitel mit eigenem Tagebuch, eigenen Bildern und eigener Route - nachzulesen auf den Tourenseiten.
Vor allem aber sind wir zwei passionierte Radler, die mit jedem Zipfel auch ein Stück Botschafter werden - für unseren Verein und unsere Heimatregion, die wir auf jeder Tour im Gepäck haben. Unterwegs entstehen Verbindungen zu Partnerstädten und Orten, die wir sonst nie besucht hätten, und Begegnungen mit Menschen weit über unsere Region hinaus. Am Ende bleibt vor allem eins: Lebensfreude, geteilt auf zwei Sätteln.