Norden · Etappe 1 von 10
Etappe 1 – Oberberg → Dortmund
Der erste Tag empfing uns mit goldenem Morgenlicht und bestem Wetter. Unsere Reifen rollten leise über den Wasserquintett-Bahntrassenweg ab Marienheide – eine Strecke, die auf stillgelegten Bahntrassen verläuft und dabei Flüsse, Talsperren und alte Eisenbahnviadukte verbindet. Es fühlte sich an wie eine Reise durch ein Freilichtmuseum der Industriekultur, die hier überall in der Landschaft eingeschrieben ist.
Ein Ort namens Anschlag brachte uns früh zum Schmunzeln – ein Name wie ein Schlagwort, doch nur ein kleines Dorf, das im Handumdrehen hinter uns lag. Weniger poetisch war Hagen, eine Stadt, die sich mehr mit Stahlwerken und Nachkriegstristesse als mit Schönheit schmückt. Doch ein kühles Bier dort machte selbst diese Durchfahrt erträglich.
An der Ruhr legten wir mehrfach Pausen ein. Der Fluss, einst Lebensader der Schwerindustrie, zeigte sich uns als grünes Band voller Idylle. Kanufahrer glitten über das Wasser, Angler harrten aus, Radfahrer grüßten.
Kurz vor unserem Ziel ragte plötzlich ein Bauwerk aus dem Stadtbild: der Signal Iduna Park, die Kathedrale des Fußballs. Mit über 80.000 Plätzen ist es das größte Stadion Deutschlands – und man spürte förmlich die Wucht, mit der die berühmte Südtribüne an Spieltagen bebt. Direkt daneben das Stadion Rote Erde, traditionsreicher Boden des BVB.
Unser Hotel – B&B Dortmund-Messe – bot eine Fahrradgarage, was uns wie purer Luxus erschien. Nach dem Duschen und Umziehen belohnten wir uns mit Pizza und Pasta beim Italiener, auf einer kleinen Terrasse. Später wagten wir einen Abstecher in eine Cocktailbar, der Außenbezirk wirkte allerdings etwas verschlafen. Der erste Tag endete früh – wir spürten schon die Kilometer in den Beinen.