Norden · Etappe 2 von 10

Etappe 2 – Dortmund → Greven

83,7 km
Distanz
07:37 h
Gesamtzeit
20,8 km/h
Ø Geschwindigkeit
260 m
Bergauf
310 m
Bergab
170 m
Höchster Punkt

Der Morgen begann verheißungsvoll: ein reichhaltiges Frühstück, welches bei Buchung „fast breakfast“ genannt wurde, aber in Wahrheit mit frischem Brot, Aufschnitt und Früchten reichlich war. Doch das böse Erwachen kam schnell: Unsere E-Bike-Akkus hatten über Nacht kaum geladen – die Steckdosen waren scheinbar gedrosselt. Ein kleiner Schock, denn vor uns lag ein langer Tag.

Wir rollten los, vorbei an Lünen, hinein in ein Land voller Flüsse und Kanäle. Besonders eindrucksvoll der Datteln-Hamm-Kanal, ein Meisterwerk der preußischen Ingenieurskunst, das seit über 100 Jahren Schiffe durch Westfalen führt. Entlang der Wasserwege entdeckten wir gleich mehrere Störche – ein Bild, welches an die Ursprünglichkeit dieser Landschaft erinnerte.

In Herbern fanden wir mit der „Alten Mühle“ eine perfekte Mittagsrast. Zwischen Fachwerkbalken und Biergartenbänken stärkten wir uns mit Mettwurst und Bier, während unsere Akkus neue Energie tankten. Ein Segen, denn kurz darauf zog ein Regenschauer über die Felder – wir aber saßen gemütlich im Trockenen und glücklicherweise der einzige Regen während einer Etappe auf der gesamten Tour.

Am Hiltruper See hielten wir für einen Snack, später überquerten wir den Dortmund-Ems-Kanal und erreichten Münster. Die Stadt vibrierte vor Leben: Studenten auf Fahrrädern, historische Bauten, das majestätische Prinzipalmarkt-Ensemble. Am Stadion von Preußen Münster grüßten wir kurz, dann lockte der Aasee. Dort ließen wir uns am Ufer nieder, jeder zwei Biere in der Hand, und fühlten uns wie Teil des studentischen Sommerlebens.

Hinter Münster begannen endlose Felder und schnurgerade Wege, die uns bis zum Max-Klemens-Kanal führten. Schließlich erreichten wir Greven und checkten im Landgasthof Wermelt ein. Die grimmige Wirtin wollte uns zunächst kein Bier verkaufen – ein Affront nach so vielen Kilometern. Doch nach Dusche und Stadtgang fanden wir Trost: Bier, Cocktails, gutes Essen und ein abendlicher Regen, der uns zwar kurz durchnässte, aber nicht die Laune trübte.

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