Norden · Etappe 4 von 10

Etappe 4 – Dümmer See → Osterholz-Scharmbeck

105 km
Distanz
07:29 h
Gesamtzeit
21,6 km/h
Ø Geschwindigkeit
240 m
Bergauf
250 m
Bergab
110 m
Höchster Punkt

Der Tag begann fast festlich: Frühstück mit rotem Teppich, silbernen Kannen, Lachs und Obst – ein Kontrast zum rustikalen Vortag. Gestärkt rollten wir hinaus ins Land. Hinter Diepholz öffnete sich die norddeutsche Weite: Felder bis zum Horizont, der Himmel weit und wolkenreich, wie ein Ozean über uns.

Unser geplanter Stopp in Bassum sollte eigentlich ein Sprung ins Schwimmbad inklusive Mittagessen werden, doch das Bad wirkte wenig einladend, fast trostlos. Stattdessen nahmen wir Brötchen und kalte Getränke aus dem Supermarkt – auf der Bordsteinkante sitzend, mit Blick auf die Felder, schmeckte es besser als manches Menü.

Rinder standen träge auf den Weiden, während sich am Horizont die Stadt Bremen ankündigte. Zuerst der Flughafen, dann die markanten Silos und Kräne des Hafens, und schließlich der süßliche Geruch von Malz und Hopfen: die Becks-Brauerei, Symbol hanseatischer Braukunst.

Wir legten einen längeren Halt an der „Alten Feuerwache“ ein, einem historischen Backsteingebäude am Binnenhafen, heute Kneipe mit maritimem Flair. Bier und Hafenluft – Bremen in einer Nussschale.

Doch der Tag wollte uns noch prüfen: Zehn Kilometer vor dem Ziel eine gesperrte Brücke. Ein Umweg von fünf Kilometern durch menschenleere Gegend, die Nerven angespannt, die Beine schwer. Schließlich erreichten wir unser Hotel „Zum alten Torfkahn“. Kein Internet, keine Kartenzahlung, eine Gastgeberin wie aus einer anderen Zeit – fast skurril.

Am späten Nachmittag wagten wir einen Abstecher ins örtliche Allwetterbad. Ein technisches Kuriosum: eine verschiebbare Halle, die das Bad im Handumdrehen von Hallen- zu Freibad machte. Wir genossen die Verrücktheit und badeten bis zum Schluss. Da anschließend kein Restaurant mehr Küche hatte, zauberten wir uns ein improvisiertes Abendessen: Tapas, Käse, Brot und Fingerfood aus dem Supermarkt, dazu Bacardi-Cola aus der Dose im Hotelgarten - Improvisation wurde zur kleinen Feier.

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