Osten · Etappe 5 von 10
Etappe 5 – Weimar → Crimmitschau
Der Morgen begann beinahe feudal: ein gehobenes Außenfrühstück, serviert unter freiem Himmel, während die Sonne sich über Weimar erhob. Mit Blick auf Goethes Wohnhaus starteten wir in den Tag – ein symbolträchtiger Auftakt, denn dieser Ort war einst Quelle unzähliger Gedanken und Werke, die deutsche Kultur geprägt haben.
Kaum losgerollt, prägte uns die Szenerie des Thüringer Landes. Felder, durchzogen von Mähdreschern, die wie riesige Insekten die Körner ernteten. Immer wieder säumten sie unseren Weg, begleitet vom Dröhnen der Motoren und dem Duft von frischem Stroh.
In Jena pausierten wir am Marktplatz und nahmen ein herzhaftes Mittagessen im „Alt Jena“ ein – ein Stück gelebte Stadtgeschichte zwischen alten Fassaden und jungem Studentenleben.
Die Weiterfahrt führte uns über den Kirchenradweg, gesäumt von kleinen Kapellen, bis tief in den Thüringer Wald. Stille, Kühle, das Rascheln der Blätter – wie eine Atempause nach den weiten Feldern. Schließlich überquerten wir die Grenze nach Sachsen.
Auf langen Versorgungswegen entlang der A4 rollten wir dahin, ehe uns am Abend ein Höhepunkt erwartete: die Ankunft in Crimmitschau. Der Empfang war herzlich, fast feierlich. Der Oberbürgermeister persönlich begrüßte uns, führte uns durch das historische Rathaus und ließ uns sogar vom Balkon grüßen. Dort, wo sonst nur städtische Anlässe verkündet werden, standen nun wir – Radreisende mit einer Mission.
Die 101 km wurden am Marktplatz gefeiert, bei Bier, Lachen und Gesprächen mit Einheimischen. Das Abendessen nahmen wir in geselliger Runde ein, ehe wir in der ehrwürdigen Villa Vier Jahreszeiten unser Kaiserzimmer bezogen – ein Quartier voller Historie, das Geschichten vergangener Zeiten atmete.
📍 Empfang beim Oberbürgermeister – feierliche Übergabe der Gastgeschenke, Symbol für Städtepartnerschaft und Verbundenheit.