Osten · Prolog

Prolog – Vorbereitung, Abschied und Aufbruch

Eine lange Reise beginnt nicht mit dem ersten Tritt in die Pedale, sondern schon viel früher – mit der sorgfältigen Vorbereitung. In Wiehl, wo die Räder ruhten, wurde jedes Detail bedacht. Ketten glänzten frisch geölt, Schaltungen schnurrten nach der letzten Feinjustierung, und Bremsen packten kräftig zu. Einmal noch über die Rahmen wischen, ein prüfender Blick auf die Speichen – und schon standen die Räder da wie zwei stolze Gefährten, bereit für die kommenden Strapazen. Auch die Routenführung hatte mehrere Tage an Planung und Kommunikation in Anspruch genommen.

Ein ganz besonderer Moment folgte: der Empfang beim Bürgermeister von Wiehl. Mit herzlichen Worten verabschiedete er uns nicht nur auf die große Fahrt, sondern übergab uns auch ein Geschenk für die Partnerstadt Crimmitschau. Ein Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit, welches wir nun durch Täler, über Berge und entlang unzähliger Wege tragen sollten – sicher verpackt in unseren Taschen, wie ein kleiner Botschafter. Anschließend wurde auch dieser Moment genutzt, um mit viel Vorfreude bei einem Essen die letzten Routendetails zu besprechen.

Der Gedanke, dass wir im Jahr zuvor bereits den nördlichsten Punkt Deutschlands erreicht hatten, verlieh der Reise eine zusätzliche Tiefe. Damals hatten wir das Land bis hinauf zur Nordspitze Sylts (Ellenbogen und Gewässergrenze zu Dänemark) erfahren, und nun sollte der Osten folgen. Das Ziel war nicht weniger eindrucksvoll: der östlichste Punkt Deutschlands in der Nähe von Görlitz, ein unscheinbarer Stein im Grenzgebiet an der Neiße, dort, wo Deutschland und Polen sowie fast auch Tschechien zusammentreffen.

Und so rollten wir schließlich los: die Morgensonne über dem Bergischen Land, die Beine frisch, der Wille gestärkt. Was noch ungeschrieben vor uns lag, war ein Kapitel voller Abenteuer, Begegnungen, Geschichten und Landschaften – und die Zuversicht, dass wir mit jedem Kilometer nicht nur dem Ziel näherkommen würden, sondern auch uns selbst.

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